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Die fünf Sünden der Einrichtung.

Fünf Klassiker, die in fast jedem deutschen Wohnzimmer auftauchen. Und alle vermeidbar sind, wenn Du sie kennst.

Warum gerade diese fünf Fehler zählen

Es gibt viele Einrichtungsfehler, die in deutschen Wohnungen auftauchen. Aber fünf davon sind so häufig und so wirkungsstark, dass sie eine eigene Aufmerksamkeit verdienen. Wer sie vermeidet, hat den Großteil der typischen Wohnungs-Probleme schon gelöst. Wer sie nicht erkennt, repariert sie nie, weil sie sich anfühlen wie normales Wohnen.

Diese fünf Fehler sind alle vermeidbar. Sie kosten oft nicht mehr Geld als die falschen Entscheidungen, manchmal sogar weniger. Was sie verlangen, ist die bewusste Entscheidung, sie nicht zu machen. Das klingt einfach, ist aber gerade deshalb so schwer, weil die meisten Menschen die Fehler von ihren Eltern oder aus Möbelhäusern übernehmen, ohne sie als Fehler zu erkennen. Wir nennen sie hier Sünden, nicht weil sie moralisch verwerflich sind, sondern weil sie sich wie kleine Verfehlungen gegen die Logik des guten Wohnens anfühlen. Jeder einzelne ist eine Entscheidung, die jeden Tag in Deinem Raum sichtbar bleibt. Wer sie kennt, kann sie vermeiden.

Das Komplettset und der Mini-Teppich

Die erste Sünde ist das Komplettset. Eine Sofa-Garnitur mit zwei oder drei aufeinander abgestimmten Sitzmöbeln, alle in der gleichen Farbe, alle aus der gleichen Stoffsorte, gekauft im Set in einem Möbelhaus. Diese Lösung wirkt im Möbelhaus praktisch und sicher, weil alles zusammenpasst. Zu Hause wirkt sie sofort als das, was sie ist: ein Kompromiss ohne Charakter. Der Grund: Ein Wohnzimmer entsteht durch Auswahl, nicht durch Kauf. Wer ein Komplettset kauft, hat die Auswahl an einen Möbelhaus-Einkäufer delegiert. Die Möbel passen zusammen, aber sie haben keine Persönlichkeit. Sie wirken bestellt, niemals kuratiert. Die Lösung: einzeln kaufen. Ein Sofa, dann ein Sessel aus einem anderen Stoff, dann ein Beistelltisch aus Holz. Drei Käufe, drei Entscheidungen, ein Wohnzimmer mit Charakter.

Die zweite Sünde ist der Mini-Teppich. Wir haben es schon auf der Slider-Seite zur Teppichgröße erklärt: Der Teppich schwebt vor der Sitzgruppe, ohne dass auch nur ein einziges Möbelbein ihn berührt. Das wirkt nie kuratiert, immer wie eine Sparlösung. Die Lösung: Mindestens die Vorderbeine der Sitzmöbel stehen auf dem Teppich, idealerweise alle Möbelbeine. Im Zweifel die nächste Größe nehmen. Diese beiden ersten Sünden haben eine gemeinsame Wurzel: das Vermeiden bewusster Entscheidungen. Wer ein Komplettset kauft, vermeidet die Entscheidung über jedes einzelne Möbel. Wer einen Mini-Teppich kauft, vermeidet die Entscheidung über die richtige Größe. Beide sind Komfort-Sünden, die als Vorsicht getarnt sind.

Das Sofa an der Wand und die wilde Bilder-Galerie

Die dritte Sünde ist das Sofa, das direkt an der Wand klebt. Wir haben es bereits ausführlich auf der Slider-Seite zur Sofa-Platzierung erklärt. Das Sofa berührt nicht die Wand. Es darf einen Wandabstand haben, der das Möbel optisch frei wirken lässt. Dieser Trick ist einer der billigsten und gleichzeitig wirkungsvollsten, die es im Interior-Bereich gibt. Er kostet nichts und verändert den ganzen Raum. Die häufigste Ausrede ist der fehlende Platz. Tatsächlich braucht ein freistehendes Sofa nicht viel Wandabstand, oft reicht eine Handbreite, um den optischen Unterschied zu machen. In den meisten Wohnzimmern ist mehr Platz, als die Menschen vermuten. Die Lösung: das Sofa um eine kleine Distanz von der Wand wegrücken.

Die vierte Sünde ist die wilde Bilder-Galerie. Mehrere Bilder in verschiedenen Größen, verschiedenen Rahmen, verschiedenen Höhen, an einer Wand verteilt. Diese Lösung versucht, Galerien aus Treppenhäusern oder Museen ins Wohnzimmer zu übertragen. Sie funktioniert in den meisten Wohnräumen nicht. Sie wirkt unkuratiert, fast wie eine Ansammlung statt einer Komposition. Die Lösung sind zwei alternative Wege. Entweder ein einzelnes großes Statement-Bild, das die Wand für sich beansprucht. Oder eine Galerie aus mehreren Werken mit identischen Rahmen, gleichmäßig in einem klaren Raster angeordnet. Beide Lösungen sind klar, kuratiert und wirken sofort durchdacht. Was nicht funktioniert, ist die Mischung aus beiden, die in deutschen Wohnzimmern besonders häufig ist.

Die einzelne Deckenleuchte als Beleuchtung

Die fünfte Sünde ist die häufigste und wirkungsstärkste: die einzelne Deckenleuchte als gesamte Beleuchtung des Raumes. Eine Lampe pro Zimmer, zentriert an der Decke, fertig. Das ist nicht eine Beleuchtung, das ist eine Notbeleuchtung. Sie macht den Raum sichtbar, aber sie macht ihn nicht atmosphärisch. Wir haben das Thema auf der Slider-Seite zu mehreren Lichtquellen ausführlich behandelt. Hier nur die Kurzfassung: Mindestens drei Lichtquellen pro Wohnraum sind das absolute Minimum. Eine Hauptquelle, eine Akzentquelle, eine Stimmungsquelle. Alle in warmweißer Lichtfarbe, alle dimmbar. Ohne diese Schichtung kann ein Raum nicht wirklich funktionieren, egal wie schön die Möbel sind.

Diese fünfte Sünde ist besonders heimtückisch, weil viele Menschen sie nicht als Fehler erkennen. Sie haben immer mit einer Lampe gelebt, sie kennen es nicht anders, und sie halten die Stimmung in Hotels und Restaurants für eine Kunst, die zu Hause nicht möglich ist. Tatsächlich ist es eine einfache Folge der Lichtschichtung. Wer drei Lichtquellen pro Raum hat, hat schon den ersten Schritt zur Hotel-Atmosphäre gemacht. Die Lösung kostet weniger, als viele denken. Eine Stehleuchte plus zwei Tischleuchten zusätzlich zur Deckenleuchte ergeben vier Lichtquellen. Das ist die Schicht, mit der jedes Wohnzimmer sofort anders wirkt. Wer nur eine Steckdose hat, kann auch mit kabellosen Tischleuchten arbeiten. Die Ausreden sind durchschaubar, die Lösung ist einfach.

Welche Sünde Du zuerst angehst

Wenn Du in Deinem Wohnzimmer alle fünf Sünden findest, ist die Reihenfolge der Korrektur die wichtigste Frage. Nicht alles muss sofort behoben werden, und manche Korrekturen sind günstiger als andere. Die einfachste und günstigste Korrektur ist das Wegrücken des Sofas von der Wand. Das kostet nichts und ist in zehn Minuten erledigt. Sofort sichtbar, sofort wirkungsvoll. Wenn Du nur eine einzige Veränderung machst, sollte es diese sein.

Die zweitgünstigste Korrektur ist die Beleuchtung. Eine zusätzliche Stehleuchte oder zwei Tischleuchten sind eine begrenzte Investition mit großer Wirkung. Wenn Du nur ein Möbelstück kaufst, sollte es eine Lampe sein, keine neue Vase. Die teuerste Korrektur ist meist der Teppich, weil die richtige Größe oft im höheren Preisbereich liegt. Hier lohnt sich Geduld. Lieber ein paar Monate warten und dann den richtigen Teppich kaufen als sofort wieder einen zu kleinen.Bei den Bildern brauchst Du oft nur etwas Disziplin. Ein paar kleine Bilder von der Wand abnehmen, die anderen in identische Rahmen wechseln und neu anordnen. Diese Korrektur kostet wenig, verlangt aber den Mut, sich von bestehender Anordnung zu trennen. Das Komplettset ist die langfristigste Korrektur. Wer ein Sofa-Set hat, muss es nicht sofort verkaufen. Aber bei der nächsten Anschaffung sollte die Logik klar sein: nicht im Set kaufen, sondern einzeln, aus verschiedenen Stoffen, mit unterschiedlichen Persönlichkeiten.

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