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TV-Wand gestalten.

Der Fernseher ist das, was niemand zugeben will, aber alle haben. Wie er sich einfügt, ohne den ganzen Raum zu beherrschen.

Warum der Fernseher das schwierigste Möbel ist

Der Fernseher ist das Möbelstück, das niemand zugeben will, aber alle haben. Er ist groß, er ist schwarz, er ist in den meisten Wohnzimmern das dominanteste Element. Die Frage ist nicht, ob er passt, sondern wie er sich einfügt, ohne den ganzen Raum zu beherrschen. Die meisten Wohnzimmer scheitern an dieser Aufgabe. Der Fernseher wird zu hoch montiert, weil das vermeintlich Platz spart. Er wird allein an einer Wand platziert, ohne Möbel darunter oder neben sich. Die Kabel hängen sichtbar herunter, weil niemand die Mühe macht, sie zu verstecken. Das Ergebnis ist ein Raum, der visuell vom Fernseher dominiert wird, auch wenn er ausgeschaltet ist.

Die gute Nachricht: Es gibt drei Stellschrauben, die fast jeden Fernseher elegant in den Raum integrieren. Höhe, Größe in Relation zum Raum, und Integration in ein Möbel-Ensemble darunter. Wenn diese drei Achsen stimmen, verschwindet der Fernseher optisch, auch wenn er physisch noch da ist.

Der Fernseher gehört auf Augenhöhe im Sitzen

Die wichtigste Entscheidung ist die Höhe. Ein Fernseher gehört auf Augenhöhe im Sitzen, nicht im Stehen. Das ist der häufigste Fehler in deutschen Wohnzimmern: Der Fernseher wird zu hoch montiert, oft über einem Sideboard auf Augenhöhe im Stehen, und damit weit über der Sitzposition. Wer ihn so installiert, sitzt jeden Abend mit angespanntem Nacken vor dem Bildschirm. Die richtige Höhe orientiert sich an Deiner Sitzposition. Wenn Du auf dem Sofa sitzt und geradeaus schaust, sollte Dein Blick auf der Bildmitte oder leicht darüber landen. Nicht darunter. Das bedeutet in den meisten Räumen, dass der Fernseher tiefer hängt, als die meisten Menschen ihn montieren würden. Vor dem Bohren lohnt sich der Test: Setz Dich auf das Sofa, schau geradeaus, und markiere die Stelle, an der die Bildmitte landen soll.

Eine Ausnahme gibt es. Wenn der Fernseher über einem Kamin montiert wird, ist die Höhe oft baulich vorgegeben und meistens zu hoch. In diesem Fall ist eine kippbare Wandhalterung die Lösung, die den Bildschirm leicht nach unten neigt. Das macht den Höhenunterschied erträglicher, ist aber selten optimal. Wer die Wahl hat, montiert den Fernseher nicht über dem Kamin.

Größe in Relation zum Raum und zum Sitzabstand

Die zweite Frage ist die Größe. Ein zu großer Bildschirm in einem kleinen Raum sieht aus wie ein Kino-Imitat. Ein zu kleiner Bildschirm in einem großen Raum macht das Schauen anstrengend, weil Du Dich konzentrieren musst, um Details zu erkennen. Es gibt eine grobe Faustregel, die in den meisten Fällen funktioniert. Der Sitzabstand bestimmt die ideale Bildschirmgröße. Bei einem kurzen Sitzabstand reicht ein mittelgroßer Bildschirm, bei einem weiten Sitzabstand darf der Bildschirm größer sein. Was Du vermeidest, ist der Bildschirm, der wirkt, als hätte jemand das größtmögliche Modell gekauft, das gerade verfügbar war. Ein Wohnzimmer ist kein Heimkino. Ein Fernseher, der den ganzen Sehbereich ausfüllt, dominiert den Raum auch dann, wenn er ausgeschaltet ist.

Wer wirklich Kino-Atmosphäre will, sollte über einen Projektor nachdenken statt über einen riesigen Fernseher. Ein Projektor verschwindet, wenn er nicht gebraucht wird, ein riesiger Fernseher bleibt auch im Tagesmodus dominant präsent. In den meisten Wohnzimmern ist ein mittelgroßer Fernseher die bessere Wahl, weil er den Raum nicht überfordert.

Der Fernseher braucht ein Möbel-Ensemble

Die dritte und vielleicht wichtigste Stellschraube ist die Integration. Ein Fernseher, der allein an einer Wand hängt, wirkt isoliert und damit dominanter, als er sein müsste. Was er braucht, ist ein Möbel-Ensemble, das ihn aufnimmt und einfasst. Die einfachste Lösung ist eine Konsole oder ein Lowboard unter dem Fernseher. Sie sollte breiter sein als der Bildschirm, idealerweise deutlich breiter, damit der Fernseher optisch auf einer breiteren Basis sitzt. Auf der Konsole stehen wenige Objekte: vielleicht eine Tischlampe auf einer Seite, eine Vase auf der anderen, dazwischen ein paar gestapelte Bücher. Diese Objekte machen aus dem TV-Möbel ein bewohntes Möbel, nicht nur eine Halterung.

Eine zweite, mutigere Lösung ist die Integration in eine Wand-Möbel-Kombination. Hier wird der Fernseher in eine Wandgestaltung mit Regalen, Stauraum und Dekorationsfläche eingebettet. Wenn er ausgeschaltet ist, fügt er sich ein wie ein dunkles Bild. Wenn er an ist, wird er zum aktiven Element. Diese Lösung ist aufwändiger, aber elegant. Die Kabel sind die letzte Stellschraube. Sichtbare Kabel zerstören jede Integration. Die Lösung sind Kabelkanäle, die unter Putz verlaufen, oder Möbel mit Kabeldurchführungen. Bei vorhandenem Putz funktioniert eine schmale Kabelkanal-Leiste, die in der Wandfarbe gestrichen wird. Auch im Möbel verschwinden Kabel oft hinter der Rückwand, vorausgesetzt das Möbel hat dort Aussparungen.

Die Lösungen für alle, die keinen Fernseher sehen wollen

Manche Menschen wollen den Fernseher gar nicht sehen, wenn er nicht in Benutzung ist. Für diese Gruppe gibt es mehrere Lösungen, die alle ihren Preis haben, aber alle funktionieren. Die erste Lösung ist ein bewegliches Panel oder ein Vorhang, der den Bildschirm bei Nichtbenutzung verdeckt. Manche Hersteller bieten dafür Möbel mit Schiebetüren an, hinter denen der Fernseher verschwindet. Andere bauen Bilderrahmen, die per Mechanik den Fernseher überdecken können. Beides ist teurer als ein offen montierter Fernseher, aber für viele Menschen die Lösung, mit der das Wohnzimmer nicht mehr nach Fernsehzimmer aussieht.

Die zweite Lösung ist ein Fernseher mit ausfahrbarer Mechanik. Hier ist der Bildschirm in einem Möbelstück versteckt und fährt nur bei Bedarf heraus, oft per Fernbedienung. Diese Lösung ist die eleganteste, aber auch die teuerste und technisch aufwändigste.

Die dritte Lösung ist ein sogenanntes Frame-TV, das im ausgeschalteten Zustand ein gerahmtes Bild zeigt. Diese Fernseher haben eine spezielle Displaytechnik, die Strom spart und Bilder so darstellt, dass sie auf einen kurzen Blick wie echte Kunst wirken. Bei genauerem Hinsehen erkennt man den Bildschirm noch, aber die Wirkung ist erstaunlich gut. Viele Menschen finden diese Lösung den besten Kompromiss zwischen Funktion und Optik. Die vierte und einfachste Lösung ist die Akzeptanz. Wenn das Wohnzimmer wirklich für Filme genutzt wird und der Fernseher das aktivste Element ist, darf er auch sichtbar sein. Eine gute Integration mit Möbel-Ensemble, richtiger Höhe und versteckten Kabeln reicht, um ihn elegant einzubinden.

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